Kennziffern von Bearbeitungen im Einzelstab

Die Kennziffer am Anfang jeder Bearbeitung im Einzelstab steht für einen Bearbeitungstyp, der Aufschluss über die Entstehung einer Bearbeitung gibt und auch darüber, wie mit der Bearbeitung weiter verfahren werden kann:

Dialogbox Einzelstab

0 = Keine Neuberechnung, z.B. „manuell erzeugte Abschnitte“

Entstehung: Diese Bearbeitungen werden durch die Verwendung von Werkzeugbearbeitungen (Abschnitte)  im Menü „Bearbeitungen“ erzeugt. Weiterhin können sie durch „Auflösen“ einer Anschlussbearbeitung im Einzelstab entstehen.

Besonderheiten: Im Gegensatz zu anderen Bearbeitungstypen verändern sich diese Bearbeitungen nicht durch ein Neuberechnen. Sie können also ein korrektes Neuberechnen anderer Bearbeitungen „behindern“.

Beispiel: Werden z.B. die Abschnitte bei einem Sparren beim Neuberechnen nicht korrekt an die aktuelle Situation angepasst, so sollte überprüft werden ob im Einzelstab manuell erzeugte Abschnitte vom Typ 0 vorhanden sind.

1 = Harte Bearbeitung, z.B. „Zapfen“

Entstehung: Automatisch (z.B. im Dachflächenfenster oder Kamin eingestelle Anschlüsse für Wechsel im Dachtragwerk) oder manuell (Menü „Bearbeitungen“).

Besonderheiten: Anschlussbearbeitungen vom Typ 1 und 2 passen sich beim Verschieben oder Löschen von Stäben sofort an die neue Situation an, ohne dass eine Neuberechnen (z.B. Sparren neuberechnen, Dachtragwerk neuberechnen) notwendig ist. Diese Anpassung kann ggfs auch mit der Funktion „Bearbeitungen – Kontrolle – Neu Verbinden“ ausgelöst werden.

2 = Weiche Bearbeitung, z.B. „Zapfenloch“

Entstehung: Entsteht als Gegenstück zu einer harten Bearbeitung.

Besonderheiten: Passt sich bei Änderungen der Anschlussituation immer an die „harte Bearbeitung“ an.

Beispiel: Verschiebt man einen Stab, der mit einem Zapfen an einen anderen Stab angeschlossen ist entlang der X-Achse des anderen Stabes, so verschiebt sich auch das Zapfenloch, ohne dass irgendeine Art von Neuberechnung ausgeführt werden muss.

3 = Abbundbearbeitung, z.B. Sparren-Abschnitte im Dachtragwerk

Entstehung: Diese Bearbeitungen werden durch die Automatismen des Dachtragwerks erzeugt.

Besonderheiten: Werden beim Neuberechnen von Bauteilen im Dachtragwerk gelöscht und (angepasst an die neue Situation) neu erzeugt.

Beispiel: Wird in der Sparreneinstellung „Sparren an Traufe“ die Einstellung „2 Abschnitte“ verwendet, so erzeugt das Programm automatisch Abschnitte als Abbundbearbeitung. Wird der Dachüberstand oder die Dachneigung verändert und das Dachtragwerk neuberechnet, werden die Abschnitte automatisch verschoben und/ oder verdreht.

4 = „Harte“ Beschlagsbearbeitung. Wird nicht dargestellt, erzeugt aber 5er Bearbeitung

Entstehung: Wird durch Sonderfunktionen zur Erzeugung von Beschlägen (z.B. Stützenfuß) erzeugt (Beschlagseditor, „Bearbeitungen übertragen“ im Einzelstab)

Besonderheiten: Diese Bearbeitungen erzeugen keine sichtbaren Veränderungen an dem Bauteil (Beschlag) zu dem sie gehören, können dafür aber durch ein manuell ausgelöstes Neuberechnen benachbarte Bauteile „bearbeiten“ (siehe Typ 5).

Beispiel: Wird ein Stützenfuß aus der Beschlagsbibliothek an einem Pfosten eingefügt, so ist zunächst keine Bearbeitung erkennbar. Nach dem Ausführen der Funktion „Bearbeitungen – Kontrolle – Neuberechnen“ werden die Bohrungen für den Dorn oder Ausnehmungen für das Stegblech vom Typ 4 allerdings auf den Pfosten übertragen.

5 = „Weiche“ Bearbeitung aus Beschlag, aus 4er Bearbeitung

Entstehung: Ausführen der Funktion „Bearbeitungen – Kontrolle – Neuberechnen“ an einem Stab, der von Typ 5 Bearbeitungen (z.B. aus einem Beschlag) berührt wird.

Besonderheiten: Im Gegensatz zu Typ 4 Bearbeitungen werden die Typ 5 Bearbeitungen dargestellt und auch auf die Abbundanlage übergeben.

Beispiel: Stützenfuß aus Beschlagsbibliothek: Nach dem Ausführen der Funktion „Bearbeitungen – Kontrolle – Neuberechnen“ werden die Bohrungen für den Dorn oder die Ausnehmungen für das Stegblech vom Typ 4  auf den Pfosten übertragen. Dort werden sie dargestellt und können auf die Abbundanlage übergeben werden.

6 = Bearbeitung, die durch Trennen erzeugt wurde

Entstehung: Durch alle Bearbeitungen mit der Bezeichung „Trennen“ („Trennschnitt“, „Trennen – Gerberstoß“, „Trennen – Zapfen“ etc.). Also alle Bearbeitungen bei denen aus einem durchgehenden Stab zwei getrennte Stäbe werden.

Besonderheiten: Stäbe, die Bearbeitungen vom Typ 6 enthalten können durch den Befehl „Bearbeitungen – Kontrolle – Wieder vereinen“ wieder zusammengefügt werden.

Beispiel: Nachdem eine Pfette durch „Bearbeitungen – Blätter – (Trennen) Gerberstoß“ getrennt wurde, kann sie mit „Bearbeitungen – Kontrolle – Wieder vereinen“ wieder zusammengefügt werden, z.B. um die Bearbeitung an anderer Stelle zu erzeugen.

7 = Traufschalungsausklinkung aus Dachausmittlung (5-06)

Entstehung: Durch Ausführen der Funktion „Ziegel/ Dachbereiche – Sparrenbearbeitungen berechnen“

Besonderheiten: Wird beim Ausführen von „Sparrenbearbeitungen berechnen“ gelöscht und (angepasst an die neue Situation) wieder neu erzeugt.

Beispiel: Nachdem mit Hilfe der Schalungsfunktion in der Dachausmittlung eine Traufschalung erzeugt wurde, werden mit Hilfe von „Sparrenbearbeitungen berechnen“ die dafür notwendigen Bearbeitungen (Traufschalungsausklinkungen an Normalsparren, Schrägsparren, Grat.- und Kehlsparren) erzeugt. Nach Änderungen in der Dachkonstruktion können diese Bearbeitungen durch „Sparrenbearbeitungen berechnen“ schnell an die neue Situation angepasst werden.

9 = Markierung aus Markierungsassistent

Enstehung: Beim Ausführen des Markierungsassistenten. Der Markierungsassisten wird i.d.R. automatisch vor der Planablage, Listenablage oder Erstellung von Maschinendaten ausgeführt.

Besonderheiten: Nach Änderungen der Konstruktion können die Markierungen durch erneutes Ausführen des Markierungsassistenten an die neue Situation angepasst werden.

Beispiel: Der Markierungsassistent erzeugt mit der Standardeinstellung automatisch Markierungen für die Positionierung von stumpf gestoßenen (Anschnitt) Pfosten auf Rähm und Schwelle. Wird ein Pfosten verschoben, so wird der Markierungsassisten vor  der nächsten Listen.-, Plan.- oder Maschinenablage automatisch aufgerufen. Die Markierung verschiebt sich beim Ausführen sofort auf die neue Position des Pfostens.

Ändern des Bearbeitungstyps:

Im Dialogfeld der Einzelstabbearbeitungen kann mit dem Knopf „Art Neube.“ die Art der Neuberechnung geändert werden.

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