Schwingungsnachweis

Muss der Schwingungsnachweis geführt werden?

Laut Norm sollte der Schwingungsnachweis geführt werden. Das bedeutet, dass er nicht zwingend geführt werden muss. Wenn es aber später zu Problemen kommt und die Sache kommt vor Gericht, wird der Richter die DIN als Stand der Technik bezeichnen und daher argumentieren, dass er hätte geführt werden müssen.

Schwingungsnachweis bei Bauteile unter Decken

Für Bauteile, die eine Last aus anderen Bauteilen mit Schwingungsnachweis erhalten (Lastübernahme), muss kein weiterer Schwingungsnachweis geführt werden. So muss beispielsweise ein Unterzug unter einer Decke, die mit Schwingungsnachweis bemessen wurde, nicht nochmals ein Schwingungsnachweis geführt werden.

Schwingungsnachweis und Einzellast

Der Schwingungsnachweis nach Norm beruht auf einem stark vereinfachten Rechenmodell der Schwingungstheorie. Bei Einzellasten ist dieses Modell nicht mehr anwendbar. Bei Einzellasten liegen veränderte, dynamische Bedingungen vor. Auch bei der Verwendung von Knoten kann kein Schwingungsnachweis geführt werden.

Die Norm geht davon aus, dass in diesen Fällen genauere Untersuchungen gemacht werden müssen.

Bei vorliegenden Einzellasten/Knoten kann näherungsweise die Berechnung in zwei Positionen gemacht werden:

  • Berechnung mit Einzellast/Knoten und ohne Schwingungsnachweis
  • Berechnung ohne Einzellast/Knoten und mit Schwingungsnachweis

Die Art der Einzellast sollte natürlich beachtet werden. Bei statischen Einzellasten ist diese Vorgehensweise vertretbar. Wenn allerdings dynamische Einzellasten (z.B. Maschinen) vorhanden sind, sollte eine genauere Untersuchung durchgeführt werden.

Theorie von Kreuzinger & Mohr

Herr Kreuzinger war Professor an der TU München und sozusagen die oberste Instanz in Sachen Schwingungsnachweis im Holzbau. Er hat dazu einige Veröffentlichungen gemacht, sowie auch Erläuterungen zur Norm geschrieben. Er selber ist inzwischen in Ruhestand, seine Arbeit im Bereich Schwingung wird von Frau Hamm weitergeführt.

Die Theorie von Kreuzinger/Mohr ist in diesem Bereich als der Stand der Technik zu betrachten und in der DC-Statik wird dies natürlich berücksichtigt. Auch in der Schweiz sind diese Veröffentlichungen Grundlage der Schwingungsnachweise.

Die Berechnung des Schwingungsnachweises in der DC-Statik erfolgt nach EC5, sowie nach dem Verfahren von Kreuzinger/Mohr (Kreuzinger & Mohr, Gebrauchstauglichkeit von Wohnungdecken aus Holz, 82 pp), auf das in der Dokumentation D 0185 zur SIA 265 hingewiesen wird.

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